Heil- und Hilfsmittelreport 2011 – Physiotherapie günstiger und weniger belastend



Pünktlich alle Jahre im September legt die GEK, jetzt Barmer GEK in Berlin ihren Heil- und Hilfsmittelreport vor.
Kritisch beäugen die Wissenschaftler um den Pharmakologen und Chef des Zentrums für Sozialpolitik der Universität Bremen, Professor Gerd Glaeske,den Markt der Therapien.

Formen der Über- und Fehlversorgung finden bei den Forschern keine
Gnade.

Umso gewichtiger klingen Schwerpunkte des diesjährigen Reports.
Erleichterungen für die Betroffenen und Einsparungen für die Kassen wären möglich, wenn Patienten statt auf dem OP-Tisch auf der Behandlungsbank von Physiotherapeuten liegen würden, wird dort erklärt.

"Der gezielte Einsatz von Heil- und Hilfsmitteln könnte den Patienten unnötige oder verfrühte Krankenhausaufenthalte und überflüssige chirurgische Eingriffe im großen Stil" ersparen, betonte Rolf-Ulrich Schlenker, der stellvertretende Vorsitzende der Barmer GEK.

Bei Harninkontinenz beispielsweise ließen sich die Kosten für Operationen "durch frühzeitige Versorgung und besseres Therapiemanagement" reduzieren.


Auch die Behandlung von Arthrosen möchte der Kassenchef bevorzugt in den Händen von Physiotherapeuten sehen als unter dem Messer der Orthopäden. Immerhin drei Milliarden Euro werden jedes Jahr für Hüft- und Kniegelenkoperationen ausgegeben. Studienautor Glaeske hebt den präventiven Effekt der Physiotherapie hervor: "Sie sollte bei Arthrose-Erkrankungen verstärkt eingesetzt werden."

Oftmals würden Heilmittel zu spät, sparsam oder gar nicht eingesetzt, konstatieren die Bremer Wissenschaftler, wie die Analysen zur Harninkontinenz und zu Arthrosen zeigten. Dabei könnte manches Medikament und manch ein chirurgischer Eingriff vermieden werden. Das aber setze ein überlegteres Verordnungsverhalten der Ärzte voraus, so die Sozialforscher.


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