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Zu viele Operationen bei SchmerzpatientInnen

Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) findet deutliche Worte

 

Hintergrund
Im März rief die DGS zum virtuellen Schmerz- und Palliativtag 2022. Dr. Michael Überall aus Nürnberg, seines Zeichens Vizepräsident der Schmerzgesellschaft, hielt eine vielbeachtete Rede. „An Wirbelsäule und großen Gelenken wird zu viel operiert“, war eine seiner Kernaussagen. Betrachtet man die schiere Menge an Operationen und stellt die wissenschaftliche Datenlage dem entgegen, ist diese Aussage absolut nachvollziehbar. Im Jahr 2020 wurden trotz der Pandemielage 735.000 Wirbelsäulen- und 580.000 Gelenkoperationen durchgeführt.

Ganz anders klingen da die Äußerungen der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft. Diese beklagte Anfang letzten Jahres noch den „dramatischen“ Rückgang von Wirbelsäulenoperationen um zehn Prozent durch die Pandemie()...Jetzt lesen

 Kortison in der Schulter

Drohen durch den etablierten Schmerzkiller mehr Gefahren als er am Ende nutzt?
Sage und schreibe 541 Million Dosen systematisches Kortison wurden allein in Deutschland im Jahr 2019 verordnet. Die Gabe oraler Kortikosteroide zielt häufig auf die Bekämpfung von Autoimmunerkrankungen an, während sich gezielte Injektionen (vor allem in Sehnen und Gelenke) in der Orthopädie als Mittel zur Schmerzbekämpfung etabliert haben. Obwohl eine Entzündung nicht im Mittelpunkt des Krankheitsgeschehens einer Tendinopathie zu liegen scheint, erweisen sich Kortison-Injektionen oft als kurzfristig wirksam gegen Schmerzen. Langfristig gesehen wird der Nutzen allerdings vermehrt infrage gestellt, zumal die Nebenwirkungen von Kortison sowohl lokal als auch systemisch erheblichen Schaden verursachen können. Befindet sich zu viel des Stresshormons Kortisol im Körper, führt es schlimmstenfalls zum gefürchteten Cushing-Syndrom. Die katabolen Eigenschaften des Hormons verursachen hierbei unter anderem eine verzögerte Wundheilung, Ödeme und führen manchmal sogar zu einem Steroiddiabetes. Bereits veröffentlichte Fallstudien legen den Gedanken nahe, dass eine gezielte Kortisongabe in Sehnengewebe zu einer Schädigung führen könnte. Allerdings gab es bisher noch wenige groß angelegte Untersuchungen, die einen klaren Zusammenhang von Kortison-Injektionen und Sehnenrupturen zeigen konnte. ...> Jetzt lesen
Umbrella-Review aus Großbritannien
Konservativ vor operativ?!
Sechs der zehn häufigsten orthopädischen Standardeingriffe zeigen keine Überlegenheit zur nichtoperativen Versorgung.
 
Es kommt nicht selten vor, dass PatientInnen die TherapeutInnen fragen, was sie in ihrem Fall von einer OP hielten. Eine Patientin mit frischer Kreuzbandruptur fragt, ob die von zwei Chirurgen empfohlene arthroskopische Rekonstruktion eine gute Wahl sei. Ein Patient mit starker Kniearthrose, möchte eine Einschätzung zu einer Knie-TEP. Doch was soll man auf diese Fragen antworten?

Eine aktuelle Übersichtsarbeit von Forschern der Universität Bristol ergab, dass sich nur zwei der zehn häufigsten orthopädisch-operativen Eingriffe auf Empfehlungen mit ausreichend starker Evidenz stützen. Aber auch in diesen Fällen, sollte die OP erst nach vorheriger erfolgloser konservativer Therapie erfolgen.

Im Einzelnen bedeutet das
  1. Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes
    Für die Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes existiert eine Fülle an qualitativ hochwertiger Arbeiten. Diese belegen jedoch keinerlei Vorteile der Behandlungsoption "Operation" – weder bezogen auf Schmerz noch auf verschiedene andere Scores zur Bewertung der Kniefunktion (z.B. KOOSIKDC oder Lysholm Score). Auch für die oft angeführte höhere Rate von Kniearthrose gibt es bisher keine Hinweise....> jetzt lesen
 
 

 

Arthrose trotz Knie-OP
Meniskus-Operation erhöht Risiko für Gelenkverschleiß und Knorpelverlust.

   
Krank durch Knie-OP: dass viele operativen Eingriffe dem Gelenk mehr schaden als nützen, ist schon länger bekannt. Nun liefern Radiologen neue Belege dafür, dass besonders Meniskus-Operationen den Gelenkverschleiß und Knorpelschäden fördern. In der Studie entwickelten alle am Meniskus operierten Teilnehmer später eine Arthrose, bei den - trotz Meniskusschäden - nicht-operierten Patienten waren es dagegen nur rund die Hälfte. Die Indikationen für eine Meniskus-Operation sollten daher grundlegend überdacht werden, fordern die Forscher....  > Jetzt lesen
 

VORSICHT ÜBERTHERAPIE !

 

aus der Sendung Odysso vom Donnerstag, 6.2.2014 | 22.00 Uhr | SWR Fernsehen

 

Knorpelglättung ist eine häufig angewandte Methode gegen Knieschmerzen. Die Idee hinter einer sogenannten Arthroskopie klingt plausibel: "Glatter Knorpel gleitet besser und bereitet weniger Schmerzen." Studien haben dies jedoch nicht bestätigt.

 

Studie: Arthroskopie bringt keinen Vorteil

Etwa eine halbe Million Arthroskopien im Jahr machen Ärzte in Deutschland. Bei dem minimalinvasiven Eingriff dringen Orthopäden mit einem Endoskop ins Kniegelenk ein, um mit einer Fräse Knorpelgewebe zu entfernen, das nicht den Idealvorstellungen entspricht. Das soll gegen Knieschmerzen helfen.

Doch schon im Jahr 2002 veröffentlichte der US-amerikanische Orthopäde Bruce Moseley eine Studie, die das Behandlungsmodell grundsätzlich infrage stellte: Er teilte Patienten mit Knieschmerzen in zwei Gruppen. Die eine Gruppe bekam eine echte arthroskopische Knorpelglättung –nach allen Regeln der Kunst wurden die Gleitlager im Kniegelenk überarbeitet. Die Placebogruppe bekam eine Schein-OP. Die Bilder auf dem Monitor kamen vom Band, am Knie gab es nur zwei kleine Hautschnitte.

Beide Gruppen wurden zwei Jahre nachuntersucht. Dabei zeigten sich keine Unterschiede - nicht beim Gebrauch von Schmerzmitteln, nicht bei der Beweglichkeit, nicht bei der subjektiven Einschätzung der Patienten. Die Arthroskopie erweis sich als wirkungslos, als bloßer Hightech-Schamanismus mit einem gewissen Placeboeffekt....  > Jetzt lesen

 

 

Neue Studie zu Rückenschmerzen

Je eher die Physiotherapie, desto geringer die Behandlungskosten

Die Universität von Utah (USA) hat eine Studie zum Thema Rückenschmerz durchgeführt und dabei untersucht, ob der Beginn der physiotherapeutischen Maßnahmen eine Rolle spielt.

Dafür untersuchten die Forscher 2.234 Patienten im Alter zwischen 18 und 60Jahren, die allesamt aufgrund von Rückenschmerzen in der Lendenwirbelsäule den Arzt aufgesucht haben. Die Patienten wurden im weiteren Behandlungsverlauf zum Physiotherapeuten geschickt; davon durften einige innerhalb der ersten 14 Tage therapeutische Maßnahmen erfahren, andere wiederum mussten bis zu 90 Tage auf eine Behandlung warten.

Das Ergebnis fiel, wie zu erwarten, positiv zugunsten eines frühen Beginn aus:
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Viel oder wenig? Gelenkoperationen im Streit der Interessen.

 

Manch ein Thema fürchten Politiker wie der Teufel das Weihwasser. Hüftendoprothesen gehören dazu. Schon die schlichte Gelenkbezeichnung in Verbindung mit dem Wort "Operation" kann das gefürchtete Mißfelder-Syndrom auslösen. So auch heuer wieder. Nachdem bekannt wurde, dass die Regierung die überschwappende Operationsflut mit Honorarkürzungen für Kliniken eindämmen will, rief schon die Bild-Zeitung: "Wird Senioren bald nicht mehr jede OP bezahlt?" Im Angesicht zweier Landtagswahlen und in Erinnerung der medialen Katastrophe des vormaligen Vorsitzenden der Jungen Union beeilt sich denn auch CDU-Fraktionschef Volker Kauder zu versichern, dass jede notwendige Operation ausgeführt wird, unabhängig vom Alter des Patienten.... > Jetzt lesen

 

Wundheilung

 

Die Wundheilungsphasen und ihre Bedeutung für die physiotherapeutische Behandlung

                                                        

Zusammenfassung:

In der physiotherapeutischen Praxis sind wir vielfach damit beschäftigt, Patienten mit Verletzungen am Bewegungsapparat zu behandeln. Nicht sehr einheitlich sind die Vorgaben, wie lange eine verletzte Struktur entlastet werden sollte und ab wann welche Belastungen sinnvoll oder erlaubt sind. So wird häufig diskutiert, ob ein Patient mit Bandscheibenverletzung Rotationsbewegungen machen sollte oder wann nach einem Bänderriss das Gelenk wieder bewegt und belastet werden darf. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, die Prozesse zu kennen, die nach einer Verletzung im Gewebe ablaufen, um die Therapie effektiv gestalten zu können. Arbeitet man mit seinen Behandlungsreizen in Abhängigkeit zu den Phasen der Wundheilung, in denen sich der Patient befindet, kann man sicher sein, dass die Belastungsreize adäquat sind und es bedarf keiner weiteren Vorgaben.

 

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