Neue Forschungsergebnisse aus Gesundheit und Medizin
Kinesio-Taping auf dem Prüfstand – Was sagt die aktuelle Wissenschaft?
Die bislang umfangreichsten wissenschaftlichen Analysen zum Kinesio-Taping wurde 2026 unter der Leitung von Mo Qingcong veröffentlicht.
Aus Sicht eines evidenzorientierten Physiotherapeuten ist diese Arbeit ausgesprochen interessant.
Die größte Stärke der Studie: Methodisch steht die Arbeit auf einer hohen Ebene der Evidenzhierarchie. Sie wertete 128 systematische Reviews mit 310 randomisierten Studien und über 15.000 Teilnehmenden aus und bewertete die Evidenz zusätzlich mit GRADE. Dadurch wurde nicht nur gefragt: „Gab es einen Effekt?", sondern auch: „Wie sicher können wir diesem Effekt vertrauen?"
Ziel war es also, den tatsächlichen Nutzen von Kinesio-Taping auf Grundlage der bestverfügbaren wissenschaftlichen Evidenz zu beurteilen.
Obere Sprunggelenk (OSG)
Beschleunigte Rehabilitation ohne erhöhtes Risiko
Nach der chirurgischen Versorgung einer Sprunggelenksfraktur führt eine frühere Belastung zu besseren Funktionsergebnissen ohne erhöhtes
Risiko.
Die Teilbelastung über sechs oder mehr Wochen stellt das übliche Vorgehen bei derNachbehandlung von operativ versorgten Sprunggelenksfrakturen dar. Es wird postuliert, dass einezu frühe Belastung zu
einer Störung der Knochenheilung führen kann.
Millionen Menschen schauen sich die Gesundheitstipps von Liebscher & Bracht auf YouTube. TikTok und Co. an.
Das Duo verspricht mit innovativen Heilmethoden ein schmerzfreies Leben für jeden. Man müsse nur die einfachen Übungen machen - und vielleicht noch ein paar Produkte aus ihrem Online-Shop kaufen.
Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und schauen Sie sich das Video an, um das Behandlungskonzept von Liebscher & Bracht besser zu verstehen.
Therapie der medialen Bandverletzung (Innenband) am Knie
Bandrupturen am Kniegelenk sind die häufigsten Sportverletzungen. Neben dem Riss des vorderen Kreuzbandes stellt die Verletzung des
medialen Bandkomplexes eine besondere Herausforderung dar. Um den aktuellen Stand zusammenzufassen, erschien eine umfangreiche Abhandlung in „
Die Unfallchirurgie“.
Gynäkologie
Gerade Bauchmuskel trainieren nach der Entbindung?
Der Einfluss eines 12-wöchigen Bauchmuskelprogramms auf die Rectus Diastase nach einerSchwangerschaft – Publikation gewann den
diesjährigen PEDro-Preis für die beste Studie.
Die Rectusdiastase ist ein häufiges Problem von Frauen nach der Entbindung. In der klinischen Versorgung teilt sich die Diskussion in zwei Lager. Die Fronten driften anscheinend genau so weit
auseinander, wie die Lücke zwischen den geraden Bauchmuskeln.
Zu viele Operationen bei SchmerzpatientInnen
Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) findet deutliche Worte
Hintergrund
Im März rief die DGS zum virtuellen Schmerz- und Palliativtag 2022. Dr. Michael Überall aus Nürnberg, seines Zeichens Vizepräsident der Schmerzgesellschaft, hielt eine vielbeachtete Rede. „An
Wirbelsäule und großen Gelenken wird zu viel operiert“, war eine seiner Kernaussagen. Betrachtet man die schiere Menge an Operationen und stellt die wissenschaftliche Datenlage dem entgegen, ist
diese Aussage absolut nachvollziehbar. Im Jahr 2020 wurden trotz der Pandemielage 735.000 Wirbelsäulen- und 580.000 Gelenkoperationen durchgeführt.
Ganz anders klingen da die Äußerungen der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft. Diese beklagte Anfang letzten
Jahres noch den „dramatischen“ Rückgang von Wirbelsäulenoperationen um zehn Prozent durch die Pandemie()...Jetzt lesen
Kortison in der Schulter
Drohen durch den etablierten Schmerzkiller mehr Gefahren als er am Ende nutzt?
Arthrose trotz Knie-OP
Meniskus-Operation erhöht Risiko für Gelenkverschleiß und Knorpelverlust.
Krank durch Knie-OP: dass viele operativen Eingriffe dem Gelenk mehr schaden als nützen, ist schon länger bekannt. Nun liefern Radiologen neue Belege dafür, dass besonders Meniskus-Operationen den Gelenkverschleiß und Knorpelschäden fördern. In der Studie entwickelten alle am Meniskus operierten Teilnehmer später eine Arthrose, bei den - trotz Meniskusschäden - nicht-operierten Patienten waren es dagegen nur rund die Hälfte. Die Indikationen für eine Meniskus-Operation sollten daher grundlegend überdacht werden, fordern die Forscher.... > Jetzt lesen
aus der Sendung Odysso vom Donnerstag, 6.2.2014 | 22.00 Uhr | SWR Fernsehen
Knorpelglättung ist eine häufig angewandte Methode gegen Knieschmerzen. Die Idee hinter einer sogenannten Arthroskopie klingt plausibel: "Glatter Knorpel gleitet besser und bereitet weniger Schmerzen." Studien haben dies jedoch nicht bestätigt.
Etwa eine halbe Million Arthroskopien im Jahr machen Ärzte in Deutschland. Bei dem minimalinvasiven Eingriff dringen Orthopäden mit einem Endoskop ins Kniegelenk ein, um mit einer Fräse Knorpelgewebe zu entfernen, das nicht den Idealvorstellungen entspricht. Das soll gegen Knieschmerzen helfen.
Doch schon im Jahr 2002 veröffentlichte der US-amerikanische Orthopäde Bruce Moseley eine Studie, die das Behandlungsmodell grundsätzlich infrage stellte: Er teilte Patienten mit Knieschmerzen in zwei Gruppen. Die eine Gruppe bekam eine echte arthroskopische Knorpelglättung –nach allen Regeln der Kunst wurden die Gleitlager im Kniegelenk überarbeitet. Die Placebogruppe bekam eine Schein-OP. Die Bilder auf dem Monitor kamen vom Band, am Knie gab es nur zwei kleine Hautschnitte.
Beide Gruppen wurden zwei Jahre nachuntersucht. Dabei zeigten sich keine Unterschiede - nicht beim Gebrauch von Schmerzmitteln, nicht bei der Beweglichkeit, nicht bei der subjektiven Einschätzung der Patienten. Die Arthroskopie erweis sich als wirkungslos, als bloßer Hightech-Schamanismus mit einem gewissen Placeboeffekt.... > Jetzt lesen
Je eher die Physiotherapie, desto geringer die Behandlungskosten
Die Universität von Utah (USA) hat eine Studie zum Thema Rückenschmerz durchgeführt und dabei untersucht, ob der Beginn der physiotherapeutischen Maßnahmen eine Rolle
spielt.
Dafür untersuchten die Forscher 2.234 Patienten im Alter zwischen 18 und 60Jahren, die allesamt aufgrund von Rückenschmerzen in der Lendenwirbelsäule den Arzt aufgesucht haben. Die Patienten wurden
im weiteren Behandlungsverlauf zum Physiotherapeuten geschickt; davon durften einige innerhalb der ersten 14 Tage therapeutische Maßnahmen erfahren, andere wiederum mussten bis zu 90 Tage auf eine
Behandlung warten.
Das Ergebnis fiel, wie zu erwarten, positiv zugunsten eines frühen Beginn aus: .... > Jetzt lesen
Manch ein Thema fürchten Politiker wie der Teufel das Weihwasser. Hüftendoprothesen gehören dazu. Schon die schlichte Gelenkbezeichnung in Verbindung mit dem Wort "Operation" kann das gefürchtete Mißfelder-Syndrom auslösen. So auch heuer wieder. Nachdem bekannt wurde, dass die Regierung die überschwappende Operationsflut mit Honorarkürzungen für Kliniken eindämmen will, rief schon die Bild-Zeitung: "Wird Senioren bald nicht mehr jede OP bezahlt?" Im Angesicht zweier Landtagswahlen und in Erinnerung der medialen Katastrophe des vormaligen Vorsitzenden der Jungen Union beeilt sich denn auch CDU-Fraktionschef Volker Kauder zu versichern, dass jede notwendige Operation ausgeführt wird, unabhängig vom Alter des Patienten.... > Jetzt lesen
Zusammenfassung:
In der physiotherapeutischen Praxis sind wir vielfach damit beschäftigt, Patienten mit Verletzungen am Bewegungsapparat zu behandeln. Nicht sehr einheitlich sind die Vorgaben, wie lange eine verletzte Struktur entlastet werden sollte und ab wann welche Belastungen sinnvoll oder erlaubt sind. So wird häufig diskutiert, ob ein Patient mit Bandscheibenverletzung Rotationsbewegungen machen sollte oder wann nach einem Bänderriss das Gelenk wieder bewegt und belastet werden darf. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, die Prozesse zu kennen, die nach einer Verletzung im Gewebe ablaufen, um die Therapie effektiv gestalten zu können. Arbeitet man mit seinen Behandlungsreizen in Abhängigkeit zu den Phasen der Wundheilung, in denen sich der Patient befindet, kann man sicher sein, dass die Belastungsreize adäquat sind und es bedarf keiner weiteren Vorgaben.
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